KNIEGELENKARTHROSE
Schmerzen /
Schmerz bei
Kniegelenkarthrose
Gut zu wissen ........
Die Arthrose beruht auf Störungen der Matrix (= Muttergewebe) des hyalinen (= glasig-durchsichtige biologische Substanz) Gelenkknorpels, in deren Folge es dann zu Gelenkdeformierungen kommt.
Auch die
Kniegelenkarthrose ist eine vorwiegend degenerative
(= abnutzungsbedingte)
Gelenkerkrankung,
hauptsächlich des Gelenkknorpels, die (mit großen Schwankungen) erst mit
zunehmendem Alter auftritt. Es bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend
funktionsbehindernde Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses zwischen
Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels.
Die Ausbildung einer Kniegelenkarthrose
und der damit verbundene
Schmerz im
Knie kann durch
mehrere Faktoren begünstigt werden. So z.B. Überlastungen ( z.B. beim
Fliesenleger), Vorschädigungen infolge eines Unfalls oder auch eigenständige
Gelenksentzündungen
(Gonarthritis). Relativ
häufig kommt es zu einer
Kniegelenkarthrose nach Sportverletzungen. Darüber hinaus können
auch permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der
Bein
e
(X- oder O-
Beine) zu einer
Kniegelenkarthrose führen. Zur Prävention
(= Vorbeugung) sollten deshalb
präarthrotische (= einer
Arthrose vorausgehenden, eine
Ar throse begünstigende)
Deformitäten (= Fehlbildungen)
beseitigt werden.
In den letzten Jahren hat die operative Behandlung große Bedeutung erlangt. Folgende Methoden stehen zur Verfügung:
Nicht wenige Patienten mit einem Schmerz aufgrund einer Kniegelenkarthrose kommen zur Schmerztherapie, weil sie eine Operation vermeiden bzw. zeitlich hinauszögern wollen oder eine Operation aus anderen gesundheitlichen Gründen risikobehaftet ist. Die moderne Schmerztherapie verfügt über hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten, die z.T. zu erstaunlichen Resultaten führen.
Schmerztherapie bei Kniegelenkarthrose
Medikamentöse
Schmerzbehandlung:
Akut
(= plötzlich einsetzend,
heftig) und subakut (= eher schleichender Verlauf)
können bei
Arthroseschmerzen
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika (=
Schmerzmittel,
die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika
(= Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst
langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®). Besonders magenschonend und
auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit
einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer
Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch
vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B.
Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerzzustände nur mit zentral wirkenden Analgetika
(z.B. Tramadol, Valoron N®)
(= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der
Gefahr der Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelbhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, u.a.
aber auch bei
Schmerzen
hilfreich) (z.B. Doxepin,
Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel):
Bei einem
anhaltenden Schmerz
sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame
Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische
Lokalanästhesie mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockaden.
Dabei wird das schmerzhafte Kniege
lenk wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig
perikapsulär (= um
die Gelenkkapsel herum) infiltriert.
Das
Kniegelenk
kann auch mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit
"homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte Blockaden
(= Betäubungen)
des vorderen Oberschenkelnervs (N. femoralis) in Frage, in hartnäckigen
Fällen auch
kontinuierlich mit Katheter*.
Grundsätzlich wird das
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel)
jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität
(= u.a. Schmerzempfindung) betroffen
ist, die Motorik (=
Muskelfunktion) aber erhalten bleibt
und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende sowie
funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei
einem stärkeren
Schmerz durch
Hemmung der Nozizeption
(= Schmerzreizleitung)
erst möglich werden.
Ner
venblockaden haben darüber hinaus einen sehr
günstigen Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige
Blockade vegetativer Nervenfaseranteile kommt es im
korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung,
die jedem entzündlich/degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In
diesem Sinne ist diese
Schmerzbehandlung
bei einer Kniegelenkarthrose nicht nur symptomatisch
(= nicht nur auf den Schmerz gerichtet),
sondern kurativ
(= heilend).
*
Bei der sog.
kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch
dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen
Nerven
eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle
hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über
diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen
Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt.
In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch
den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.
Physikalische
Schmerztherapie:
Auch eine Elektrostimulation kann eine Linderung der
Schmerzen
herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit
Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten
bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Gelen
k aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der
Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden. Auch eine sog.
Hochtontherapie kann sehr hilfreich sein.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche
Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen
Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen
(Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls
Schmerzen im Kn
ie lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei einem
Arthroseschmerz
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber
unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen
Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur
diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.
Andere Maßnahmen:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur zur Behandlung chronischer Schmerz
en nicht unerwähnt bleiben. Auch eine
Magnetfeldtherapie (pulsierende
Signaltherapie) kann bei diesen Schmerzen kann hilfreich sein.
Hypnoide (=
bewußtseinsverändernde) Verfahren
wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen
der
psychologischen Schmerztherapie eine sinnvolle Ergänzung der
Gesamtstrategie. Bei
chronischen Schmerzen
ist auch ein
Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.
Kommt man um eine Operation (künstlicher Gelenkersatz) nicht herum, weil z.B. durchblutungsfördernde Maßnahmen nicht, oder zu spät eingeleitet wurden, so bieten die Methoden der modernen Schmerztherapie optimale Voraussetzungen für eine nachfolgende Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).
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Aktualisiert: >29.04.2007</>
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aktualisiert: >08.03.2006</> k u <strong>Kniegelenkarthrose</strong> <strong>Schmerzen bei Kniegelenkarthrose</strong> <strong>Schmerz bei Kniegelenkarthrose</strong>
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