KNIEGELENKARTHROSE
 
Schmerzen / Schmerz bei Kniegelenkarthrose

Gut zu wissen ........

  1. Alle gesetzlich Versicherte haben mittlerweile Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und
  2. die Patienten dürfen sich ihre REHA-Klink auch selbst aussuchen (nur zugelassene Einrichtungen )

Die Arthrose beruht auf Störungen der Matrix (= Muttergewebe) des hyalinen (= glasig-durchsichtige biologische Substanz) Gelenkknorpels, in deren Folge es dann zu Gelenkdeformierungen kommt.

Auch die Kniegelenkarthrose ist eine vorwiegend degenerative (= abnutzungsbedingte) Gelenkerkrankung, hauptsächlich des Gelenkknorpels, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt. Es bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels. 
Die Ausbildung einer Kniegelenkarthrose und der damit verbundene Schmerz im Knie kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden. So z.B. Überlastungen ( z.B. beim Fliesenleger), Vorschädigungen infolge eines Unfalls oder auch eigenständige Gelenksentzündungen (Gonarthritis). Relativ häufig kommt es zu einer Kniegelenkarthrose nach Sportverletzungen. Darüber hinaus können auch permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der Bein
e (X- oder O- Beine) zu einer Kniegelenkarthrose führen. Zur Prävention (= Vorbeugung) sollten deshalb präarthrotische (= einer Arthrose vorausgehenden, eine Ar throse begünstigende) Deformitäten (= Fehlbildungen) beseitigt werden.

In den letzten Jahren hat die operative Behandlung große Bedeutung erlangt. Folgende Methoden stehen zur Verfügung:

Nicht wenige Patienten mit einem Schmerz aufgrund einer Kniegelenkarthrose kommen zur Schmerztherapie, weil sie eine Operation vermeiden bzw. zeitlich hinauszögern wollen oder eine Operation aus anderen gesundheitlichen Gründen risikobehaftet ist. Die moderne Schmerztherapie verfügt über hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten, die z.T. zu erstaunlichen Resultaten führen.

Schmerztherapie bei Kniegelenkarthrose

Medikamentöse Schmerzbehandlung
Akut (= plötzlich einsetzend, heftig) und subakut (= eher schleichender Verlauf) können bei Arthroseschmerzen zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®). Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden. 
Manchmal sind aber die Schmerzzustände nur mit zentral wirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®)
(= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar. 
Grundsätzlich sollte aber  eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Schmerzmittelbhängigkeit vermieden werden. 
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, u.a. aber auch bei Schmerzen hilfreich) (z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Bei einem anhaltenden Schmerz sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockaden. Dabei wird das schmerzhafte Kniege
lenk wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär (= um die Gelenkkapsel herum) infiltriert. Das Kniegelenk kann auch mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt. 
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte Blockaden
(= Betäubungen) des vorderen Oberschenkelnervs (N. femoralis) in Frage, in hartnäckigen Fällen auch kontinuierlich mit Katheter*.  
Grundsätzlich wird das Lokalanästhetikum
(= örtliche Betäubungsmittel) jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität (= u.a. Schmerzempfindung) betroffen ist, die Motorik (= Muskelfunktion) aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei einem stärkeren Schmerz durch Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung) erst möglich werden.
Ner
venblockaden haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem entzündlich/degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Schmerzbehandlung bei einer Kniegelenkarthrose nicht nur symptomatisch (= nicht nur auf den Schmerz gerichtet), sondern kurativ (= heilend).

*   Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. 
In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.

Physikalische Schmerztherapie: 
Auch eine Elektrostimulation kann eine Linderung der Schmerzen herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Gelen
k aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden. Auch eine sog. Hochtontherapie kann sehr hilfreich sein.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist. Manche Patienten empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls Schmerzen im Kn
ie lindern. 
Die Verordnung von Massagen ist auch bei einem Arthroseschmerz nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.

Andere Maßnahmen: 
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur zur Behandlung chronischer Schmerz
en nicht unerwähnt bleiben. Auch eine Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) kann bei diesen Schmerzen kann hilfreich sein.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen der psychologischen Schmerztherapie eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Bei chronischen Schmerzen ist auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.

Kommt man um eine Operation (künstlicher Gelenkersatz) nicht herum, weil z.B. durchblutungsfördernde Maßnahmen nicht, oder zu spät eingeleitet wurden, so bieten die Methoden der modernen Schmerztherapie optimale Voraussetzungen für eine nachfolgende Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).

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Aktualisiert: >29.04.2007</> kusB
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Hier gelangen Sie zu einem kompetenten Schmerzforum: link: www.schmerzforum.net

Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:

Schmerzklinik (1): www.schmerzklinik-1a.de, Schmerzklinik (2): www.schmerzklinik-1.de
Seniorenhotel: www.senioren-hotel.com
www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
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aktualisiert: >08.03.2006</>  k u <strong>Kniegelenkarthrose</strong>  <strong>Schmerzen bei Kniegelenkarthrose</strong>  <strong>Schmerz bei Kniegelenkarthrose</strong>

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